Informationen über den Gartenbau


Vorwort : Da wir bei Gesprächen mit jungen Leuten immer wieder feststellen , dass die Vorstellungen vom Gärtner knapp an der Realität vorbeigehen haben wir hier einige Informationen zusammengesucht .

Der Gartenbau - ein leistungsfähiger Wirtschaftszweig


Betriebe
Fläche
Wirtschaftsvolumen
Beschäftigte
Auszubildende
Jährliche Investitionen
Kosten für einen Arbeitsplatz
37.000
180.000 ha
17,5 Mrd. DM
400.000
16.000
1,5 Mrd. DM
über 300.000 DM


Rund 1,5 Mrd. DM pro Jahr investieren die Gartenbauunternehmen. Ein Arbeitsplatz in einem Unterglasbetrieb kostet beispielsweise 300.000 DM und liegt im Vergleich, z. B. zum Baugewerbe (93.600 DM), Maschinenbau (145.500 DM) oder dem Ernährungsgewerbe (111.000 DM), recht hoch. Für einen Hektar Obstbau-Neuanlage muß der Unternehmer 25.000 DM investieren. Die 37.000 Gartenbaubetriebe des Gartenbaues erzeugen ein Wirtschaftsvolumen von ca. 17,5 Mrd. DM im Jahr. Das entspricht 40 % des Wertes der pflanzlichen Erzeugung in der gesamten Landwirtschaft.



Moderne Technik



Ohne moderne Maschinen, technische Geräte und komplexe Einrichtungen ist auch die grüne Branche nicht mehr wettbewerbsfähig. Die Energiekrise in den 70er Jahren verstärkte die Innovationstätigkeit im Energiebereich. Über 50 % der Energie konnte mit technischen Innovationen wie Energieschirmen in den letzten 20 Jahren eingespart werden. Aufwendige Produktionssysteme gewährleisten heute, daß Wasser mit wenig Verlust der Pflanze zugeführt und überschüssiges Wasser im Kreislaufsystem wiederverwendet wird. Das Bedürfnis größerer Abnehmer nach genauen Lieferterminen setzt voraus, daß große Mengen in gleichbleibend guter Qualität pünktlich den Betrieb verlassen. Dies kann der Betriebsleiter nur mit einer genauen Klimaregeltechnik gewährleisten. Auch für einwandfreie Qualität ist eine optimale Kulturführung - Wässern, Lüften, Heizen - erforderlich.



Produktion - Handel - Dienstleistung



Ebenso wichtig wie die Produktion von Zierpflanzen, Obst und Gemüse ist deren Vermarktung. Etwa ein Viertel der Schnittblumen und Zierpflanzen setzen die Unternehmer in der eigenen Einzelhandelsgärtnerei ab. Auch bei Obst und Gemüse wird der geringere Teil direkt über Wochenmärkte oder Ab-Hof-Verkauf an die Endverbraucher verkauft. Erzeugergenossenschaften und Großmärkte setzen den Hauptanteil der Produktion um und bieten der konzentrierten Nachfrage der Abnehmer die gewünschte Menge. Die Dienstleister im Gartenbau sind vorwiegend Garten- und Landschaftsbauer, Friedhofsgärtner und Floristen. Aber auch der gärtnerische Einzelhandel bietet Service mit grünen Know-how.



Zierpflanzenbau



Betriebe

Anbaufläche

davon Freiland
unter Glas

Jahresproduktion



Selbstversorgungsgrad


Importe
Exporte

Wichtigste Lieferländer nach
Deutschland



Pro-Kopf-Ausgabe im Jahr (1995)
13.500

8.000 ha
5.000 ha
3.000 ha

2 Mrd. Schnittblumen
1 Mrd. Beet- und Balkonpflanzen
350 Mio. Topfpflanzen

63 % bei Topfpflanzen
21 % bei Schnittblumen

3,3 Mrd. DM
200 Mio. DM

Niederlande (73 %)
Dänemark (7 %)
Italien (4 %)

150 DM



1995 produzierten 13.500 Zierpflanzenbetriebe Blumen und Pflanzen im Wert von 2,5 Mrd. DM (Wert auf der Einzelhandelsstufe: 5,1 Mrd. DM). Davon waren 25 % Schnittblumen und 75 % Topfpflanzen inklusiv Beet- und Balkonpflanzen. Ca. 35 % dieser Pflanzen werden über ein eigenes Blumenfachgeschäft oder direkt aus der Gärtnerei abgesetzt. Die überwiegende Zahl wird über ein bis zwei Handelsstufen wie Blumenversteigerung, Blumengroßmarkt und Großhandel an Blumenfachgeschäfte oder andere Anbieter vermarktet. Seit 1972 ging die Zahl der Gartenbaubetriebe kontinuierlich zurück - von 1981 bis 1994 um 24 %. Die Grundflächen wurden jedoch ausgedehnt und zwar um 12,5 % (Angabe für die alten Bundesländer). Die Bundesbürger gaben 1995 durchschnittlich 150 DM für Blumen und Pflanzen aus. Deutschland liegt in Europa damit weiter mit an der Spitze beim Blumen- und Pflanzenkauf.



Internationaler Handel



Die deutschen Gärtner erzeugen nur 21 % der im Land gekauften Schnittblumen und 63 % der Topfpflanzen. Die größtenteils zollfrei eingeführten Waren werden meist mit viel günstigeren Arbeitskräften angebaut. Die Produktion dort wird auch nicht durch so viele Regelungen wie in Deutschland verteuert. Entsprechend unausgewogen ist die Außenhandelsbilanz im Gartenbau: Dem Export von Waren im Wert von 200 Mio. DM stehen Importe von 3,3 Mrd. DM gegenüber. Aus und über die Niederlande werden die meisten Schnittblumen und Topfpflanzen importiert. Diese Produkte machen zusammen einen Anteil an den Importen von 73 % aus. Mit deutlichem Abstand folgt Dänemark als zweitwichtigstes Importland mit einem Anteil von 7 %. Immer mehr Länder entdecken den deutschen Blumenmarkt als möglichen Devisenbringer. Die Türkei, Kenia, Kolumbien und Indien haben ihre Produktion sehr ausgeweitet, Marokko steigert seine Ausfuhr von Schnittblumen kontinuierlich.



Gärtnerischer Einzelhandel



In Deutschland verfügt die Hälfte der Zierpflanzenbaubetriebe über eigene Verkaufseinrichtung zur Direktvermarktung von Zierpflanzen an die Endverbraucher, wobei über diesen Vertriebsweg ca. 35 % der heimischen Zierpflanzenproduktion abgesetzt werden. Diese Verkaufseinrichtungen sind in den vergangenen Jahren häufig modernisiert und den gestiegenen Bedürfnissen der Kunden angepasst worden. Weiterhin bewirtschaften die Einzelhandelsgärtner ca. die Hälfte der deutschen Zierpflanzenproduktionsfläche. In einer typischen Gärtnerei werden Topfpflanzen und Schnittblumen erzeugt, Topf- und Schnittblumen sowie Bedarfsartikel rund um Pflanzen und Garten verkauft und vielfältige Dienstleistungen angeboten, die von Bepflanzungen, Überwinterungsservice für Kübelpflanzen bis hin zur aktuellen Floristik und großflächigen Dekorationen reichen können.



Bestseller auf dem deutschen Markt



Beet- und Balkonpflanzen Blühende Topfpflanzen Grünpflanzen Schnittblumen

1. Pelargonien

2. Erica gracilis

3. Primula acaulis

4. Fuchsien

5. Impatiens-Neu-

Guinea-Hybr.

6. Impatiens wall.

7. Petunien

8. Chrysanthemum frutescens

9. Senecio bicolor

10. Lobelien

1. Euphorbia pulch.

2. Cyclamen

3. Chrysanthemen

4. Saintpaulien

5. Azaleen

6. Elatior-Begonien

7. Kalanchoe

8. Hortensien

9. Rosen

10. Orchideen

1. Hedera

2. Dracaena

3. Ficus benjamina

4. Epipremnum

5. Dieffenbachia

6. Areca-Palme

7. Yucca-Palme

8. Schefflera

9. Nephrolepis

10. Phönix-Palme

1. Rosen

2. Chrysanthemen

3. Tulpen

4. Lilien

5. Nelken

6. Gerbera

7. Freesien

8. Orchideen

9. Anthurien

10. Gypsophylla


Quelle: Zentralverband Gartenbau e.V., 1996





Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Ausbildungsberuf "Gärtnerin/Gärtner"


Allgemeines



Der Gartenbau zählt zur Landwirtschaft in Deutschland und erzeugt rd. 16 % des landwirtschaftlichen Produktionswertes. Die Produktpalette umfasst Obst, Gemüse, Zierpflanzen, Stauden und Baumschulerzeugnisse. Die Erzeugung erfolgt häufig an klimatisch begünstigten Standorten. Allgemein bekannt ist z.B. der Obstbau im Alten Land bei Hamburg, im Havelland, im Bodenseeraum, oder der Gemüsebau in der Vorderpfalz und im Oderbruch. Die Baumschulen, die von Deutschland aus ihre Erzeugnisse in die ganze Welt vermarkten, haben Anbauzentren in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind auch die vielfältigen Dienstleistungen im Garten- und Landschaftsbau und im Friedhofswesen. Der Gartenbau ist ein arbeitsintensiver Produktionszweig der Landwirtschaft. Mit durchschnittlich über 6 Arbeitsplätzen je Betrieb herrschen im Gartenbau mittelständische Unternehmensstrukturen vor. Ca 50.000 Betriebe in Deutschland bauen Gartenbauerzeugnisse an. Die Zahl der Arbeitsplätze beträgt heute ca.. 400.000. In ca. 7.000 anerkannten Ausbildungsbetrieben wurden 1997 18687 junge Menschen im Beruf Gärtner/Gärtnerin ausgebildet. Diese Seiten sollen jungen Menschen, die sich für eine Berufsausbildung zur Gärtnerin/zum Gärtner interessieren, Informationen über diesen Ausbildungsberuf vermitteln und Hinweise geben, wo und wie man einen Ausbildungsplatz im Gartenbau bekommt. Wir wünschen Ihnen einen guten Start in das Berufsleben.



Der Gartenbau und seine wirtschaftliche Bedeutung:



Der Gartenbau ist ein moderner und vielseitiger Wirtschaftszweig. Er gliedert sich in die beiden Bereiche Produktion und Dienstleistung, die wiederum in Fachrichtungen unterteilt sind. Dementsprechend erfolgt bereits in der Ausbildung eine Schwerpunktbildung in einer dieser Fachrichtungen entsprechend der Spezialisierung des jeweiligen Ausbildungsbetriebes.



Produktion

Dienstleistung

Baumschule
Gemüsebau
Obstbau
Staudengärtnerei
Zierpflanzenbau
Friedhofsgärtnerei
Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau


Der Gartenbau ist auf Grund des steigenden Umweltbewusstseins der Bevölkerung vermehrt ins Blickfeld gerückt. Er ist in wichtigen Bereichen für die Umwelt tätig, z. B. bei der Entwicklung und Pflege der Landschaft, in der Hilfe für eine gesündere und freundlichere Atmosphäre in Garten, Heim und Arbeitsstätten, bei der Erzeugung von gesundem Obst und Gemüse, beim Bau von Einrichtungen für Spiel, Sport und Freizeit, im privaten und öffentlichen Bereich. In Niedersachsen gibt es im Bereich der Landwirtschaftskammer Hannover etwa 6.000 Gartenbaubetriebe, von denen 550 als Ausbildungsbetriebe anerkannt sind. Die Berufsausbildung zur Gärtnerin/zum Gärtner ist nur in diesen anerkannten Ausbildungsbetrieben möglich. Im Bereich der LK Hannover waren 1998 ca. 1200 Ausbildungsverträge als Gärtnerin/Gärtner eingetragen.



Himweis : Der ZVG hat im Internet noch weitere Informationen bereitgestellt die unter der Adresse : www.g-net.de/index.php einzusehen sind .





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